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Tag No. 10 - Insel Rab - Des Königs neue Kleider

 

Nach zwei sonnigen Tagen im Šimuni Camping Village, machen wir uns auf, die nächste Insel zu erkunden. Hierhin führt uns ein Umweg über das Festland. Doch zuerst fahren wir noch ein wenig Richtung Norden. Die Straße führt uns durch steiniges Gebiet. Rechts und links der Straße sieht man immer wieder Mauern, die einzelne Areale abgrenzen. - Plötzlich sehen wir auf der linken Seite eine alte Festung. Auf dieser weht die kroatische Fahne. Die passende Gelegenheit ein schönes Bild von Hector mit der Fahne im Hintergrund zu schießen. Ich fahre auf das Gelände und parke den Bulli direkt vor der Festung. Etwa 100m weiter befindet sich noch ein Haus. Ich steige aus und laufe um den Bulli herum, um die ideale Perspektive für das Foto zu finden. Gerade als ich meine diese gefunden zu haben, merke beziehungsweise höre ich, wie eine Meute von Hunden auf mich zustürzt. Ihnen ist anzusehen, dass sie keinen Spaß verstehen. Dies ist ihr Revier. Jetzt gilt es, wer erreicht zuerst die Tür des Bullis? - In letzter Sekunde kann ich mich hinters Steuer retten. - Für heute gehe ich als Gewinner vom Platz . Die Hunde verfolgen uns noch ein paar Meter und kehren dann um. Von außen kann ich noch mein Foto machen, doch innen ist ihr Reich. Mit dem guten Gefühl, meine Haut gerettet zu haben, fahren wir weiter.

 

Im Nord Osten von Pag führt eine  kleine Fähre von Prizna auf das Festland bei Gradina. Wir müssen nicht lange warten. Dies soll jedoch während der Ferienzeiten oft anders sein. Für uns bietet der kleine Aufenthalt die Chance auf einen Blick in das Hafenbecken. Deutlich erkennt man wie kristallklar das Wasser hier ist, denn der etwa 10m tiefe Grund ist gut zu erkennen.

 

Unser Trip aufs Festland ist nur kurz. Schon bei Stinica fahren wir wieder auf eine Fähre nach Mišnjak und somit auf nördlich von Pag gelegene Insel Rab. Dort angelangt, zieht es uns ans Meer. Wir suchen uns einen Weg, von der Hauptstraße. Bald finden wir einen kleinen steinigen Pfad. Ich vertraue Hector und wir versuchen unser Glück. Torgit schaut etwas skeptisch. Doch wir finden einen wunderschönen Platz und rollen erst einmal die Markise aus. Zeit für ein ausgiebiges Frühstück. Zwischendurch kommen zwei Quads und ein Auto vorbei. So gilt es die Markise zwischendurch einzurollen. 

 

Jetzt ist es Zeit das Meer zu erkunden. Wir klettern über die Felsen ins Wasser. Auch hier ist dieses kristallklar. Wieder sehen wir etliche Seeigel, die es hier ja angeblich gar nicht mehr gibt. 

 

 

Entsprechend gestärkt und erfrischt beschließen wir die an der Westküste der Insel befindliche Hafenstadt Rab zu erkunden. Aufgrund ihrer vielen Kirchen und Stadtplätze ein wirklich sehenswürdiges Örtchen. Der Einfluss der Römer ist noch immer allgegenwärtig.

 

 

Obwohl dicht an der Insel Pag gelegen, ist Rab gänzlich anders. Das Eiland ist deutlich stärker besiedelt. Während Pag an eine Mondlandschaft erinnert, ist Rab eine grüne Insel mit üppigster Vegetation. Rab wirkt auch eleganter und feiner als die Nachbarinsel. Angeblich war die Insel deshalb ein beliebter Tummelplatz für den Adel. Fakt ist, dass der englische König Edward VIII. der Insel häufiger seinen Besuch abstattete. Hier soll er und seine Gattin Wallis ungeniert sämtliche Hüllen fallen lassen haben. "Des Königs neue Kleider" passte jedoch in diesem Falle nicht ganz, blieb Edward VIII. doch ungekrönt. Angeblich ist es jedoch ihm zu verdanken, dass Rab den ersten FKK-Strand an der Adria eröffnete – und das bereits im Jahr 1936! - Von wegen Punta Skala. 

 

Wir haben den Bummel durch mittelalterliches Altstadtflair auf jeden Fall genossen. Vor allem ein Eis. So beschließen wir noch ein wenig weiter gen Norden zu fahren. Schneller als gedacht sind wir in Lopar und somit der nördlichen Spitze der Insel. Was nun? - Hier nach einem Platz suchen oder noch nach Krk übersetzen? Wir beschließen auf die Fähre zu gehen. Dies bedeutet erst einmal ein Tickets kaufen, sich dann in eine lange Schlange einzugliedern und zu warten. Das machen wir auch. Da es immer noch warm ist, öffnen wir die Fenster. Ein angenehmer Windzug erfrischt uns. Doch als es gilt zu starten, muss ich feststellen, dass der Windzug, nicht nur die Schwüle, sondern auch unser Ticket weg geweht hat. Doch wie sagt das Kölsch? Wat fott es, es fott, bedeutet im Hochdeutschen „Was fort ist, ist fort.“, bzw. Jammer den Dingen nicht nach und trauere nicht um längst vergessene Dinge. Vergessen habe ich das Ticket noch nicht. Doch jetzt gilt es Torgit anzuspornen. Diese rennt noch einmal zum Ticketschalter, ich roll bis kurz vor die Fähre, dann muss ich halten. Langsam fährt ein Fahrzeug nach dem nächsten an mir vorbei. Im Kassenhaus hat sich schon die Schlange für die nächste Fähre gebildet. Doch auf Torgit ist Verlass. Kurz vor Toresschluss fahren wir noch als Letzte auf die Fähre.

 

Erkenntnis des Tages: Et hätt noch emmer joot jejange.