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Tag No. 144 - Tipps & Tricks für Ronda

 

Andalusien ist nicht nur bekannt für Sonne, Strand, Flamenco und Rotwein, sondern auch für seine wunderschöne Hauptstadt Sevilla und die weißen Dörfer in den Bergen Andalusiens. Nur 50 km nördlich der Costa del Sol liegt Ronda, das wohl bekannteste weiße Dorf Andalusiens, eingebettet in eine bizarren Berglandschaft‚ Serrania de Ronda’. - Ronda ist mit seinen knapp 34.000 Einwohner eine Kleinstadt. Doch es zählt es zu den größten weißen Dörfer Andalusiens. Die Spanier verehren ihre La Ciudad Soñada, ihre geträumte Stadt, mit ihren weißen Häuserfassaden und den malerisch verwinkelten und schmalen Gassen.

 

Die Schönheit Rondas hat schon einige berühmte Menschen beeindruckt. 1913 schrieb Rainer Maria Rilke seine spanische Trilogie in Ronda. Ernest Hemingway war 1923 und Ende der 50er Jahre hier, er liebte Ronda und vor allen Dingen den Stierkampf.

 

Ronda diente Prosper Merimee als Vorlage für seine Novelle Carmen. 1984 wurde Bizets Oper Carmen dort verfilmt mit Julia Migenes und Plácido Domingo.

 

Orson Welles, der hier als 18jähriger einen Sommer verbrachte, ließ nach seinem Tod seine Asche hier begraben. Ava Gardner lebte einige Zeit in Ronda nach ihrer Scheidung von Frank Sinatra.

 

1994 drehte Madonna das Video ‚Take a bow’ in Rondas Stierkampfarena.

 

Wir haben schon so viel von Ronda gehört, dass wir uns von Gibraltar aus auf den Weg gemacht haben. Die A405 führt wunderschön am Rande des Parque Natural Los Alcornocales  entlang und dann weiter auf der A369 durch bizarre Berglandschaften vorbei an kleinen weißen Dörfern. Unterwegs gibt es viel zu gucken, immer wieder laden Aussichtspunkte, die hier Miradore heißen, zum Halten und Fotografieren der faszinierenden Natur ein. Plane also ruhig etwas mehr Zeit für die Strecke ein.

 

Ronda ist gut mit dem Auto oder Camper erreichbar. Von Marbella fährt man ca. eine Stunde, von Malaga aus 90 Minuten und von Sevilla und Granada 2 Stunden. Für Urlauber der Costa del Sol gibt es Tagestouren im Bus nach Ronda. Wenn Du ohne fahrbaren Untersatz hier bist und keine Scheu vor Gruppenreisen hast, ist das eine Alternative.

 

Parken in Ronda kannst Du gut und günstig auf dem Parkplatz Parking Saba Estación Tren Ronda am Bahnhof. Dieser Parkplatz hat keine Höhenbeschränkung und kostet € 0,80 pro Stunde, das ist für Ronda sehr günstig. Der ganze Tag kostet unter € 10,-. Andere Parkhäuser kosten € 2,40 pro Stunde.

 

 

Ronda wurde von den Römern auf einem Felsplateau 723m über dem Meer gegründet. Von den Römern ist leider heute nicht mehr viel erhalten. Die maurische Altstadt nennt man Ciudad Vieja, kurz La Ciudad. Sie ist durch eine 80-100m tiefe Schlucht El Tajo de Ronda von der Neustadt getrennt. Unten in der Schlucht fließt der Rio Guadalevín. Über die Schlucht El Tajo gibt es 3 Brücken.

 

 

Die berühmteste Sehenswürdigkeit Rondas, die Puente Nuevo, also die neue Brücke, verbindet die beiden Stadteile. Die Puente Nuevo wurde von 1751 bis 1802 vom spanischen Architekten José Martín de Aldehuela gebaut. Es wurde also über 50 Jahre an dieser Brücke gebaut. Es wird überliefert der Architekt wäre so begeistert von seiner Brücke gewesen, dass er sich nach der Fertigstellung von ihr in den Tod gestürzt hätte, da er nie wieder so etwas wunderbares bauen könnte. Bewiesen ist nur, dass er im Jahr der Fertigstellung starb. Den besten Blick auf die Brücke hat man, wenn man einen kleinen unbefestigten Weg von der Plaza María Auxiliadora hinunter auf den Aussichtspunkt geht.

 

Neben der Puente Nuevo gibt es noch die Puente Árabe („Arabische Brücke“) und die Puente Viejo („Alte Brücke“).

 

 

Ein weiteres Highlight ist die legendäre Stierkampfarena Plaza de Toros. Sie wurde von 1779 - 1785 auch von dem spanischen Architekten José Martín de Aldehuela, der auch die Puente Nuevo konstruiert hat, errichtet. Sie ist die älteste und mit 66m Durchmesser größte Stierkampfarena Spaniens und fasst 6.000 Menschen. Ihre schlichte weiße Außenfassade ist typisch für den späten spanischen Barock. Obwohl der Stierkampf in Spanien umstritten ist und vielerorts schon eingestellt wurde, finden immer noch Stierkämpfe hier in Ronda statt. Das liegt daran, dass Ronda eine sehr lange Stierkampf-Tradition hat, hier wurden die Regeln des Sierkampfes entwicket, bekannt als Escuela Rondeña („Ronda-Schule“). Die Regeln umfassen den Gebrauch des Tuches, den Kampf des Toreros nicht mehr zu Pferd, sondern zu Fuß, sowie Stil und Posen.

 

Auch wenn man dem Stierkampf kritisch gegenüber steht, lohnt sich die Besichtigung der Plaza de Toros. Für € 8,- Eintritt kann man die gesamte Stierkampfarena besichtigen. Es wird in 2 modernen, digitalen Multimediashows die Geschichte der Plaza de Toros vermittelt. Mit englischem Untertitel. Zusätzlich sind im Stierkampfmuseum Tauromaquia die berühmtesten Stiere, Matadore  und Toreros mit ihren Gewändern zu sehen, samt Originalplakate. Man kann auch einen Blick auf die Reithalle und die Ställe der Real Maestranza werfen, die heute zum Dressurreiten genutzt werden. In einem Shop gibt es geschmackvolle Andenken und in einer Cafeteria kann man sich stärken.

 

 

Wir hätten gerne das Casa del Rey Moro, das „Haus des Maurenkönigs“, besichtigt. Dieser Palast aus dem 14. Jahrhundert, der zum spanischen Kulturgut gehört, war leider wegen Renovierung geschlossen. Über in den Fels geschlagene Treppen – La Mina – kann man bis hinunter in den Tajo de Ronda steigen. Die hängenden Gärten haben uns nicht so sehr beeindruckt, aber das könnte an dem Orkan liegen, der ein paar Tage vorher über Spanien gefegt hat. Vielleicht sehen sie sonst besser als, als jetzt im Januar.

 

Zu besichtigen sind auch die Baños Arabes („Arabische Bäder) aus dem 13. Jahrhundert im alten islamischen Viertel von Ronda, also im Stadtteil San Miguel. Sie sind die am besten erhaltensten Bäder auf der gesamten iberischen Halbinsel.

 

Der schönste Platz in Ronda zum Entspannen ist der Plaza Duquesa de Parcent mit dem Rathaus und dem Kloster Colegiata de Santa María la Mayor. Das Rathaus wurde 1734 erbaut und war früher eine Militärkaserne. Schön an diesem 3stöckigen Gebäude sind die beiden oberen Arcadenreihen. Was mich so beeindruckt ist, dass an der Stelle des Klosters vorher wahrscheinlich eine römische Kirche, eine westgotische Kirche und eine große Moschee stand.

 

 

 

Ronda ist die drittmeist besuchte Stadt Spaniens und wir wollten dort schöne Fotos machen und mit der Drohne filmen. Da wir uns denken konnten, dass wir nicht die Einzigen mit diesem Wunsch sind, wollten wir ganz früh los. Dazu sind wir schon einen Tag vorher auf den Campingplatz El Sur in Ronda angereist. Kostet jetzt im Januar € 23,- . Bezahlt wird eigentlich bei Abreise, aber Vorsicht: Man kann morgens ab 8 Uhr den Platz verlassen, aber die Rezeption ist erst ab 9 Uhr besetzt. Daher bezahle lieber schon abends, dann kannst Du morgens früher los. Überlege Dir vorher schon wo Du parkst und gib es schon ins Navi ein, dann wird der Morgen stressfreier.

Besonders hat mich morgens früh der sensationelle Ausblick vom Mirador de Rondo beeindruckt. Es war für mich fast das Highlight von Ronda. Man hat eine tolle Sicht auf die Altstadt und die faszinierende Bergwelt Serrania de Ronda. Wenn morgens der Nebel über der Brücke aufsteigt und über die Berge zieht, ist dieser Ausblick einer der Schönsten, die ich je gesehen habe. Man sieht von hier aus bei gutem Wetter die Sierra del Oreganal, die Sierra Blanqilla, die Sierra del Palo, die Sierra de Juan Diego, den Hacho de Montejaque und den Penon de Mures. Keine Sorge, das musst Du Dir nicht alles merken, das wird Dir auf Schautafeln vor Ort wunderbar erklärt.

 

Und last, but not least: In dem Park Alameda del Tajo findest Du in der nordwestlichsten Ecke eine Toilette für € 0,60, die ab 10 Uhr geöffnet ist.

 

Erkenntnis des Tages: Wer Ronda stressfrei erleben möchte, muss früh aufstehen, denn diese einzigartige Kulisse hat viele Fans.

 

 

Wir haben vorher gelesen, dass viele Asiaten Ronda besuchen. Und ja, das ist auch so. Andere Länder andere Sitten. Mich haben diese Asiaten zum Schmunzeln gebracht. - Hast Du mal gesehen wie Asiaten fotografieren? Mit welcher Hingabe sie sich in Szene setzen? Wie wichtig ihnen ein tolles Foto ist? Wie sie hüpfen, tanzen und springen? Extra dafür das passende Outfit aussuchen, wie zB ein rotes Kleid mit weit schwingendem Rock in der Stierkampfarena und mit einem Regenschirm den imaginären Stier töten. Das alleine ist schon ein Grund nach Ronda zu fahren. Fehlt uns Deutschen manchmal diese Lebendigkeit und Quirligkeit? Einfach keine Scheu sich zum Affen zu machen? Oder ist das ein Privileg der Jugend? Zu spielen. Waren wir je so unbedarft? - Wir wissen es nicht genau. 

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