· 

Tag No. 93 - Nikolaus am Beach

 

6. Dezember, Nikolaus. - Habt ihr alle etwas in euren Stiefeln gefunden? Dann seid glücklich! - Ich weiß nicht woran es gelegen hat, ob daran, dass unsere Flip-Flops nicht sauber genug waren, oder einfach kein Platz war, so oder so bekamen wir nichts vom Nikolaus. Doch was hat es eigentlich mit Nikolaus auf sich, und stimmt das Gerücht, dass er ein Türke war? - Vielleicht auch noch ein Moslem?

 

Nein, ich kann alle beruhigen, die beruhigt werden müssen. - Nikolaus ist zwar um 280 nach Christus in Myra, der heutigen Türkei geboren worden, doch damals gehörte dieses Gebiet noch zu Griechenland. - Jetzt wird der ein oder andere sicherlich sagen, dass die Schokolade dann sicherlich Schuldzins ist. Doch ich war ja schon immer ein Verfechter davon, dass die Griechen keine Schulden bei uns haben können. Oder hat wirklich irgendjemand daran geglaubt, dass die Ouzo "für gute Freunde" wirklich kostenlos gewesen seien?  - Doch Moslem war er sicher nicht, da er ja zum Bischof geweiht wurde. Doch Nikolaus scheint für seine Zeit ziemlich modern gewesen zu sein, hat er angeblich im Jahr 325 wohl am ersten ökumenischen Konzil der Kirchengeschichte teil genommen. - Nikolaus war wohl bereits zu Lebzeiten eine Art Robin Hood, also "Anwalt der Armen und Rechtlosen". - Deshalb kann ich umso weniger verstehen, dass heute nichts in meinen Flip Flops steckte.

 

Doch sozusagen als Schadensersatz, weckt uns wieder einmal die Sonne. Nach den grauen Tagen, genießen wir es unheimlich, dass ein wenig die Sonne scheint. Obwohl es nicht warm ist und der Wind schnell Kälte verbreitet, fühlt man die Sonne dennoch, sobald man ein windgeschütztes Plätzchen gefunden hat.

 

Wie sagt Torgit immer, „wenn ich die See seh, brauche ich kein Meer mehr“. Deshalb beschließen wir noch zwei Tage vor Ort zu bleiben. Unser Solarpanel hilft uns hierbei erheblich weiter. Gestern haben wir 470Wh Sonnenenergie gewonnen. Heute wollen wir das toppen. Deswegen werde ich bereits früh morgens rausgescheucht um die Solartasche an den Start zu bringen.

 

Torgit hat ein neues Hobby:  "Besser als Netflix" kommentiert sie und schaut regelmäßig auf die Solar App. So oder so scheint die Solartasche eine ideale Ergänzung zu Dachmodulen zu sein. Denn gerade bei der im Winter flach stehenden Sonne, können wir diese im Winkel besser ausrichten.

 

Doch es gibt nicht nur Positives zu berichten. Leider zahlen wir auf dieser Tour viel zu oft Lehrgeld. Nachdem wir, sorry ich  eine Drohne, ein MacBook, ein iPad und meine Brille geschrottet habe, war heute nicht nur mein Carbon Paddel fällig, sondern auch noch unsere Rücksitzbank. - Wie kann so etwas passieren? Leichtsinn, Dummheit, Fehlverhalten. Doch oft weiß man nicht, wo und wie man Dinge geschützt verstaut oder richtig handelt.

 

Die Drohne hat zum Beispiel vorne und hinten eine Hinderniserkennung. Leider nicht an den Seiten. Wenn die Sonne aufs Display scheint, sieht man aber oft nicht direkt, dass sie sich in einem leichten Seiten Flug befindet. Somit klassischer Anwendungsfehler.

 

Beim Display des MacBooks, war es ein Wackelkontakt. Das ständige Rütteln auf Kopfsteinpflaster oder abseits öffentlicher Straßen, ist sicherlich nicht materialschonend und fordert nicht nur bei Reifen seinen Tribut.

 

Sich als großer Mensch auf kleinem Raum zu bewegen, und viele Dinge von hier nach dort zu bugsieren ist oft eine größere Herausforderung, als man denkt. Doch ich arbeite daran. So habe ich mich dann versehentlich einmal auf das iPad gesetzt. 

 

Doch was hat es heute mit dem Paddel, beziehungsweise unserer Rückbank auf sich. Da wir unser SUP des nachts manchmal draußen stehen haben, habe ich die dazugehörige Tasche, durch einen wasserdichten Seesack von Ortlieb ausgetauscht. Doch nun passte das Paddel nicht. Auf der Rückseite der Rückenlehne unserer Rücksitzbank fand ich scheinbar den idealen Platz. Doch leider hat sich das Ganze beim Klappen verkanntet.

 

Hierbei habe ich nicht nur das Paddel beschädigt, sondern unsere Rücksitzbank lässt sich nicht mehr aus der Liegeposition zurück klappen. Da ein paar Meter weiter ebenfalls ein California steht, erfolgt der erste Informationsaustausch unter Leidensgenossen. Dieser hat mich noch nicht weitergebracht. In entsprechenden Foren, habe ich inzwischen nachgelesen, dass es verschiedene Ursachen geben könnte. Zur Ursachenforschung müssen wir jedoch die Verkleidung der Rücksitzbank demontieren. Dieses ist hier am Strand schlecht möglich. Wir verschieben das Ganze auf unseren nächsten Besuch auf einem Campingplatz. Bis dahin sollte auch meine Brust wieder verheilt sein, denn die Kletterei unterhalb der Bank hat Blessuren hinterlassen.

 

Torgit hat sich in der Zwischenzeit zu einer Kombination aus Strandspaziergang und Einkauf aufgemacht. Den Einkauf über etwa 2 km über den Strand zu tragen, scheint auch schwerer gewesen zu sein, als vorher gedacht. (Anm. von Torgit: Das Einkaufen an sich ist hier auch manchmal eine Herausforderung. Ich sage nur "Nestle". Dazu mehr in den nächsten Tagen.)

 

Deshalb hängen wir jetzt die Hängematte raus und unsere weiteren Tätigkeiten bestehen nur noch aus dem Umhängen des Solarpanels und den üblichen häuslichen Aktivitäten.

 

Als die Sonne untergeht, stellen wir voller Freude fest, dass wir unseren gestrigen Wert, sprich unseren Solarertrag, nochmals getoppt haben. Heute sind es 530Wh. Der Mehrertrag hätte dafür gereicht, eine 60 W Glühbirne eine Stunde brennen zu lassen. Das ist doch die richtige Richtung.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0