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Tag No. 138 - Little Italy - Römerstadt in Bolonia

 

Als wir heute Morgen aus dem Bulli schauen, ist das Wetter trüb. Wir haben auch etwas unruhig geschlafen, da sich in der Nacht noch andere Gefährte zu uns gesellt haben.

 

Hört sich das an, als ob wir uns beschweren wollten? - Nein, ganz im Gegenteil. Nord-Östlich von uns gab es nicht nur schwere Regenfälle, sondern Sturm in Orkanstärke.  Bisher wurden wir verschont. Die Wetteraussichten sind zwar trübe, doch im Vergleich zu dem, was wir in dem ein oder anderen Posting sehen und lesen, herausragend gut. Wir sind einfach nur dankbar!!!

 

Habe ich euch eigentlich schon von meinen morgendlichen Workouts berichtet? - Ich kann mit stolz sagen, dass ich jeden Morgen zwei Lektionen einlege: Die ersten 5 Minuten mit der Hand Kaffeemühle, unsere morgendliche Ration an Kaffeebohnen mahlen. Wann habt ihr das zuletzt gemacht? Noch nie? Absolut empfehlenswert! Danach die Milch mit dem Hand-Aufschäumer schön cremig schlagen. Zur Belohnung gibt es dann immer einen Coffee to stay, ääh sit. 

 

Für den heutigen Tag steht etwas Kultur auf dem Programm. Unser Ziel ist der Ort Bolonia. - Nein nicht Bologna, sondern Bolonia. Doch auch hier steckt ein wenig italienische DNA drin. Wir wollen zum Baelo Claudia. Dies ist die Ausgrabungsstätte einer alten römischen Stadt. Diese Stadt wurde bereits 200 Jahre v. Chr. erbaut, also ziemlich alt, dürften alle tot sein. Die Stadt bekam erst etwa 100 Jahre nach Christi ihren Namen. Sie gehört zu einer der am besten erhaltenen römischen Ausgrabungsstätten. Dann müssen wir doch hin…

 

Auf dem Weg drehe ich erst ein mal den Song Bologna von Wanda laut auf. Erst bleibt dabei, Bolonia ist nicht Bologna. Doch das hört man kaum oder? - https://www.youtube.com/watch?v=xREl_68O-mw

 

"...Wenn jemand fragt wohin du gehst

Sag nach Bologna!

Uh wenn jemand fragt wofür du stehst

Sag für Amore, Amore!..."

 

 

Bolonia liegt etwa 15 Minuten Fahrzeit westlich von uns gelegen. Die Strecke führt uns wieder vorbei an einem Tío Pepe Reklameschild, sowie am Paraje de Betis. Der Berg, sein Kletter- und Wanderparadies, hat uns in den letzten Tagen mit seinen schroffen Felsen begeistert. Leider gibt kein Foto, auch nur im Ansatz, diese Wirkung wieder.

 

Als wir an der Ausgrabungsstätte ankommen, stellen wir fest, dass eine gewisse Vorbereitung, nicht unbedingt geschadet hätte. - Es ist Montag, montags haben nicht nur in Deutschland Museen geschlossen, sondern auch diese Ausgrabungsstätte. Wir fahren noch ein Stückchen weiter, doch man kommt von keiner Seite näher an die Ausgrabung ran. Lohnt es sich deshalb noch einen Tag zu bleiben? Ich lasse einmal die Drohne steigen, um uns einen Überblick zu verschaffen. Somit entsteht zumindest ein kurzer Film. Ja, es hätte sich sicherlich gelohnt, doch unsere Strom Reserve, wird keinen weiteren Tag Freistehen ermöglichen, zumal das Wetter zu trüb ist, als dass die Solartasche dieses kompensieren könnte.

 

So fahren wir zumindest mal an den Strand, um unser Frühstück nachzuholen. Als wir am Beach ankommen, bietet sich uns direkt die Chance, dem Vorurteil entgegen zu wirken, dass wir uns all zu sehr von der weißen Ware distanzieren würden. Ihr müsst zugeben, ich habe in den letzten Tagen weder von Plaste Elaste, noch von Plastik Fantastik, negativ geschrieben oder? Heute stehen hier am Strand zwei Concorde. Ich stelle Hector direkt mal dazwischen. Dennoch müssen wir nicht Kuschelcampen, denn die beiden halten mehr als eine Armlänge Abstand, wie wir in Köln sagen.

 

 

Hier sind wir direkt richtig gelandet. Es stellt sich heraus, dass sich die jeweiligen Yacht Eigner bereits kennen. Zu unserer Linken, zwei nette Jungs aus dem Hoch Sauerland Kreis. Zu unserer Rechten, ein ebenso nettes Paar aus der Hansestadt Rostock. Da die Glocke bereits zwölf geschlagen hat, wird die erste Flasche Wein aufgemacht. Eine nette charmante Runde. Wir gesellen uns gern dazu und schlagen unsere Stühle auf. 

 

Der Platz hier am Strand ist wirklich schön. Ein paar Meter weiter entdecken wir die kleine Concorde vom Vortag. Wenn man den Vorgänger dieser beiden Flaggschiffe sieht, ist es schon verrückt, wie erwachsen diese doch wirken. - Doch wie immer kommt es auf den Inhalt an. Heute treffen wir auf äußerst sympathische Eigner. Birgit und Broder, sowie Volker und Thomas, mit ihrem Hund Lola, diese Namen werden wir uns merken. Die beiden letztgenannten haben ebenfalls unter Instagram ein Profil. - Sehr coole Bilder! - Wir befinden uns auf Instagram, mit "" noch in der Aufbauphase, freuen uns jedoch auch hier über Likes.

 

In dem Moment, an dem die Sonne hinter einer Wolke verschwindet, wird es kühl. Es sind ja auch nur 11°. Vielleicht hätte ich heute doch eine lange Hose anziehen sollen? - Torgit macht uns erst einmal eine Suppe. Es soll Linsen geben. Kennt ihr solche Momente, man macht ein Glas mit Linsen, Bohnen oder Erbsen auf und denkt, och nöö, nöö, doch nicht? - Das hat gar nichts damit zu tun, ob etwas noch gut ist. Ich bin der Meinung, da sollte man ganz und gar auf seine oder die Instinkte seiner Frau hören. - So gibt es am Ende serbische Bohnensuppe. Auch lecker, jedoch vor allen Dingen schön heiß. Da wird es einem ganz warm ums Herz. (Anm. von Torgit: Ich habe alles an Kartoffeln und Gemüse im Topf, mache wie hier in Portugal & Spanien üblich das Glas Linsen auf ... und direkt wieder zu. War nicht gut. Punkt. Das Glas Bohnen war noch gut. Gibt es halt Bohnensuppe. Auch lecker.)

 

Wir wären gerne länger, in dieser netten Runde geblieben. Irgendwie haben wir uns, zwischen den beiden Dickschiffen, richtig behütet gefühlt. - Doch unser Batteriestand rät uns dazu Selbige zu laden. So machen wir uns auf den Weg in Richtung Gibraltar. Auch da gibt es etwas zu entdecken. Wir freuen uns auf The Rock. - Ich bin auch auf die Affen gespannt. Torgit eher weniger.

 

Doch am meisten sind wir gespannt auf das Wetter. Denn die Prognosen, wechseln fast stündlich. Doch nach jetzigem Stand, soll das Wetter morgen halten, sprich er soll zu mindestens nicht viel regnen. Kurz nach Sonnenuntergang, treffen wir in La Linea , der direkt an Gibraltar angrenzenden, spanischen Stadt ein. - Wir stellen uns mit Hector, auf den einzigen hier vorhandenen Campingplatz. Doch auch hier scheinen wir Glück zu haben. Dieser liegt nicht allzu fern vom Strand und der Sanitärbereich macht einen ordentlichen Eindruck. Vor allem sind die Duschen mal wieder richtig heiß.

 

Ach ja, Bob Marley oder vielmal seine Reinkarnation haben wir heute auch noch am Strand gefunden. 

 

Erkenntnis des Tages: Es kommt auf den Inhalt, nicht die Verpackung an. 

 

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