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Tag No. 183 / 184 - Luv und Lee - Benirrás und Caló de s'Illa

 

"Drachen steigen am höchsten gegen den Wind - nicht mit ihm." - Winston Churchill

 

Wind mag man oder man mag ihn nicht. - Ich glaube da gibt es nicht viel dazwischen. - Unser Verhältnis zum Wind beschreibt man am Besten mit Luv und Lee. - Während ich mich dem Wind zuwende, wendet Torgit sich ab, heißt ich mag Wind, Torgit mag ihn nicht. - So ist es wohl auch mehr mein Wetter. Denn die letzten zwei Tage sind vor allem durch Wind geprägt. Dieser fegt buchstäblich über die Insel. Am Strand wird der Sand in die Luft gerissen und weit weg getragen. - Doch mit dem Wind verändert sich vor allem die See. - Die Wellen peitschen über das Meer. - Umso rauher die See, umso mehr mag ich das Meer. - Torgit schaut mich bei solchen Worten nur verständnislos an. Während ich es mag mich gegen den Wind zu stemmen, sucht sie sich lieber ein windgeschütztes Plätzchen. 

 

Doch wie heißt es so schön? Ladies first, oder heißt das Lee vor Luv, so haben wir den gestrigen Tag zwar an de Cala Benirrás verbracht, uns jedoch ein kleines sonniges und vor allem windgeschütztes Eckchen zwischen den Bootshäusern gesucht. So ein Lesetag ist ja auch mal ganz schön, mal!

 

 

Deshalb bin ich froh, dass Gironimo für den heutigen Tag eine kleine Wanderung entlang der Küste vorschlägt. Etwa 500 Meter oberhalb der Cala Benirrás führt uns ein knapp drei Kilometer langer, steiniger Weg, hinauf auf den 189 Meter hohen Puig des Guixar. Der Weg wird anfangs von Olivenbäumen und Pinien gesäumt. Doch umso steiniger es wird, umso mehr gewinnen Heide und Kräuter die Vormacht. Torgit und ich genießen es, uns mit Gironimo auf Englisch zu verständigen. - Gerade für mich, der ich Englisch bisher lediglich im Urlaub nutzte, ist dies ein gutes Training. - Kaum oben angekommen geht es auch schon wieder in Serpentinen runter zur Caló de s'Illa - 39°05'57.6"N 1°27'55.5"E. - Auf dem Weg nach unten, liegt ein altes, verrostetes Autowrack im Hang. Ich habe keine Ahnung, wie dieses Gefährt es jemals hierauf geschafft hat. - Die kleine, einsame Bucht, zu der wir absteigen, liegt in einem schroffen Küsten-abschnitt. Der Strand ist von Klippen und einigen Kiefern eingefasst. Vom Kliff oberhalb des Strandes hat man einen tollen Blick auf die Felseninseln S’Escull, Sa Paella und Illa d’en Calder. - Hier sind dieselben alten Fischerschuppen mit Rampen, auf denen die Boote aus dem Meer gezogen werden, wie in der Cala Benirrás zu finden. - Ich klettere noch ein wenig über das Kliff, stemme mich gegen den Wind und die Gischt. Doch dann ist klar, ich muss meinem Mädchen zurück bringen, zurück in den Windschatten. - Was wären wir ohne unsere Gegensätze? Doch jetzt geht es erst einmal wieder zurück nach Benirrás und zu Hector.

Anm. von Torgit: Also eigentlich sind wir zurückgegangen, weil Gironimo die Kinder aus der Schule abholen wollte. Aber ich lass meinem Prinzen gerne das Gefühl er hätte mich gerettet. Oder wollte er nur schneller zum Supermarkt und Salami kaufen? ;-)

 


 

Da unsere Wasservorräte zu Neige gehen, beschließen wir am Nachmittag noch einmal nach Santa Gertrudis de Fruitera zu fahren. Als wir den Wasservorrat aufgefüllt haben, wollen wir uns in der Pizzeria Zeno - 38°59'51.7"N 1°25'48.1"E - stärken. - Dieser Spontanbesuch stellt sich als eine ausgezeichnete Wahl heraus. Die Location ist innen und außen gemütlich, der Service sehr zuvorkommend und die Pizza überaus lecker. - Als dann noch der Espresso wie beim Italiener auf Sizilien schmeckt bin ich glücklich. 

 

Vielleicht liegt es an der daraus resultierenden Unbekümmertheit, dass ich auf dem Rückweg die Abbiegung Richtung Benirrás verpasse. Gab es da nicht noch eine andere Abbiegung? An der nächsten Abbiegung halte ich. Wenden oder nach einer Alternative suchen. - Ich frage einfach mal meine Copilotin. - Diese hat auch prompt eine alternative Route im Angebot. - Wir wollen ja Neues erkunden. Sp wählen wir die Alternative. Nach kurzer Fahrzeit, verwandelt sich die Straße in Schotter und dann geht es über felsigen Untergrund bergab. Da wir ab und zu noch die ein oder andere Finca sehen, bin ich beruhigt. Doch der Weg wird schmaler und abschüssiger. Wenden ist auf jeden Fall nicht mehr möglich. Irgendwann steigt Torgit aus und geht vor. - Am Ende hat alles gepasst. Ich lobe meine Copilotin für diese famose Streckenauswahl. - Statt einer Antwort bekomme ich erst einmal einen Anschiss. Verstehe einer die Frauen. So oder so, ich fand die Strecke genial. ;-)

 

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