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Tag No. 185 - Tag der gesunden Ernährung?

 

Für die Einen steht heute gesunde Ernährung im Vordergrund, denn seit 1998 gilt der 07. März als Aktionstag der gesunden Ernährung.  Für die Gesundheit der Menschen gilt die Ernährung bekanntlich als einer der wichtigsten Faktoren. Durch falsche Nahrungsmittel und zu wenig Bewegung, entstehen die häufigsten Krankheiten. - Der heutige Aktionstag soll den Menschen vor Augen zu führen, welche Maßnahmen sich positiv auf die Gesundheit auswirken. - Wir finden es spannend, dass es dazu eines Aktionstages bedarf. - Das ist so wie mit Weihnachten, die meisten Menschen machen sich nach den Feiertagen die meisten Gedanken über Gewichtszunahme und Diäten. - Dabei dürfte einem bewusst sein, dass man nicht zwischen Weihnachten und Neujahr fett wird, sondern wohl eher zwischen Neujahr und Weihnachten. - In diesem Sinne, macht es wohl mehr Sinn sich über das ganze Jahr Gedanken zu machen, als an einem bestimmten Aktionstag. - Dann würden die Sünden der einzelnen Tage auch nicht so ins Gewicht fallen. 

 

Wie wenig dies jedoch geschieht, wird mir nicht nur beim regelmäßigen Einkauf bewusst, sondern aktuell bei den Hamsterkäufen. - Sind gesunde Lebensmittel wie Ingwer, Eiweiss, Haferflocken, Nüsse, Leinsamen usw. Mangelware oder Reis, Mehl und Nudeln? - Dabei sind letztere genau die Lebensmittel, welche am wenigsten die lebensnotwendigen Bausteine wie essentielle Aminosäuren, ungesättigte Fette und Vitalstoffe beinhalten. - Haferflocken hingegen enthalten wertvolle Vitalstoffe, viel Eiweiß und Balaststoffe. Somit unterstützen sie unseren Darm und dadurch auch das Immunsystem. Ungeschroteter Leinsamen ist in der Regel klein verpackt, doch groß in der Wirkung. Es enthält insbesondere das entzündungshemmende Omega 3 und ist darüber hinaus für die Zell- und Gehirnfunktion relevant. Hochwertiges Eiweiss oder Proteinpulver stärkt das Immunsystem und enthält alle relevanten Aminosäuren. 

 

Und was den gängigen Einkauf betrifft, stellt euch einmal einen vollen Supermarkt vor. - Ich weiß, dass fällt dem ein oder anderen zur Zeit schwer. Und jetzt streicht einmal alles Convenience Food, alle Gerichte mit Zucker, noch schlimmer alle Gerichte mit Zuckerersatzstoffen. Nicht mehr so viel übrig oder? - Wenn ihr ganz verzweifeln wollt, streicht noch alles in Plastikverpackungen, sowie Nestle-Produkte. - Wer es ganz schlimm treiben möchte, streicht noch alle die Lebensmittel, welche nicht nachhaltig sind und oder von der Bestäubung durch gefährdete Bienen abhängig sind. - Für das was übrig bleibt braucht man keine Einkaufsliste mehr. - Die zwei, drei Artikel kann man sich sicherlich auch so merken. - Klugscheißer und Ironiemodus off! 

 


 

Genug von Corona, Hamsterkäufen und gesunder Ernährung? - Wir auch! - Gott sei Dank steht Sonntag, der 8. März 2020 für mehr Spirit. - Oder hieß das Sprit?  - So oder so, der Urahn unseres Hector, der VW T1 feiert seinen Siebzigsten. Vor 70 Jahren lief der erste Volks-wagen T1 im Wolfsburger VW-Werk vom Band.
 

Gibt es ein anderes Fahrzeug, welches in dieser Form für die Begriffe Freiheit, Abenteuer und Fernweh steht? - einfach "Reinsetzen und losfahren." - Wohin die Reise geht nebensächlich - Wir werden überall gebraucht. 

 

Ist die Zeit der Italienurlaube mit dem VW Bulli vorbei, oder kommt sie gerade wieder? - Für uns steht diese Tour auf jeden Fall im Roadbook. Und hier auf Ibiza wird klar, die Zeit der Hippies mit ihren Bullis ist auch noch nicht vorbei.  - Heute kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass VW es am Anfang gar nicht so recht war, dass ihr Bulli plötzlich das Image des Flower-Power-Hippie-Mobils erhielt. Stand doch VW im Gegenteil dazu, für VW  Zuverlässigkeit und Seriosität. - Doch das WAGENVOLK hat am Ende gesiegt. - Wir gratulieren. 

 

 

Torgit: Heute fahren wir noch einmal zum Flohmarkt in San Jordi. Der hat uns schon letzte Woche gut gefallen und da mir gerade eine Jeans zerrissen ist, hoffe ich dort Ersatz zu finden. Ja, Leben im Bulli bedeutet auch nur dann zu shoppen, wenn etwas ersetzt werden soll. Im Laufe unserer Reise wird mir klar, dass einige Dinge einfach nicht für unser jetziges Leben auf der Straße geeignet sind. So ist meine €300,- Jeans einfach nicht dafür gemacht, um auf den Felsen am Meer zu sitzen. Jetzt nach einem halben Jahr ist der Po schlicht durchgewetzt.*

Marc:* - Gerade wo sie schön wird, sucht Torgit Ersatz. ;-)

 

 

Torgit: Auch heute begrüßen uns wieder die Trommler auf dem Flohmarkt. Sie verbreiten richtig gute Laune. Es gibt nicht ganz so viele Stände hier wie letzte Woche, vielleicht hat der Wind der letzten Nacht einige abgeschreckt. Neben Schmuck, Räucherstäbchen und Basttaschen gibt es Mode, Schuhe und Holzbuddhas. Afrikaner bieten die obligatorischen Lederwaren an. Und natürlich werden auch wie auf jedem Flohmarkt hier Dinge angeboten, die der Haushalt schlicht übrig hat. Mittendrin ein Wohnmobil mit einer Unterschriftenaktion zur Rettung der Meere. Marc ist bei einem Stand mit Ketten hängengeblieben. Ein Grieche fertigt den Sommer über in oder auf Kalypso Holzketten an, die er den Winter über hier auf Ibiza verkauft. Die Story verkauft sich gut, schon wechseln Geld und Kette den Besitzer. - Marc liebt und wertschätzt halt gute Verkäufer. - Bei einem schlechten Verkäufer fällt es ihm schwer etwas zu kaufen, selbst wenn er den Artikel haben möchte. - Auch ich habe Glück und finde einen Jeansstand. Hier gibt es "Diesel" Jeans für €10,-. Der Verkäufer spricht deutsch. Mir gefällt eine dunkel grüne Cordhose mit Schlag gut, die passende Größe ist auch dabei. Doch die fallen ja bekanntlich nicht immer gleich aus. Der Verkäufer zeigt mir wie man die richtige Größe per Elle oder Halsumfang ermittelt. Und siehe da, er hat recht, die Hose passt wirklich. Wer stellt da noch Fragen zu Herkunft oder Echtheit? Der Deal ist perfekt.  Wir haben beide was wir wollten, wir können weiter schlendern.

 

 

Weiter geht’s zum bunten Hippiemarkt Las Dalias. Dieser existiert schon seit 1954 und ist somit die Ikone der Hippiemärkte auf Ibiza. Wir bummeln entlang der vielen Stände. Hier gibt es allerlei Handgemachtes. Direkt am Anfang bleibt Marc an einem Schmuckstand stehen. Doch dies ist kein gewöhnlicher Schmuckstand. Hier werden Ringe nach Wunsch und auf Mass angefertigt. Das wirklich Besondere daran ist, dass diese Ringe aus Münzen gefertigt werden. Man sucht sich aus einem großen Berg Münze seine Lieblingsmünze aus und daraus wird dann in einer halben Stunde in Handarbeit ein sehr persönlicher Ring gefertigt.

 

 

Wir lassen uns weiter über den Markt treiben: Es gibt originelle Kleidung aus bunten Stoffen, handgenähte Ledersachen, Hüte, Tücher, Schmuck aus Silber oder mit Steinen, Schuhe und natürlich die obligatorischen bunten Basttaschen. Über allem flattern die Traumfänger im Wind. Es gibt Küchenaccessoirs aus diversen Holzarten wie Olivenholz oder Savina-Holz, eine Wacholder Art. Dies ist das härteste Holz hier und steht unter besonderen Schutz. Alle angebotenen Waren sind im typisch ibizenkischen Bohemian-Style. Gut gefällt uns auch ein Stand mit Buchtresoren, die wir für € 15,- recht günstig finden. Mir gefällt ein Traumfänger in Form eines Wals gut. Aber passt der wirklich gut in den Bulli? Neben den Ständen sind auch einige Besucher nett anzusehen, Hippies halt. Auf dem Rückweg kommen wir wieder an dem Münzringstand vorbei und dann kann Marc nicht mehr widerstehen, doch dazu später mehr. 

 

Als wir weiter fahren sehen wir wenig später eine schöne kleine Kirche am Wegesrand und halten an. Es ist die Esglesia de Sant Carles de Peralta. Dieser Ort war in den 1960er Jahren das Zentrum der Hippiekultur auf der Insel. In der Bar Anita gegenüber der Kirche hat Marc schon vor zig Jahren gefrühstückt. Die Kirche ist innen sehr schön. Wer könnte dem jungen Mann, der um eine kleine Spende bittet widerstehen?

 

 

Nachdem wir die Kirche verlassen haben, überlegen wir, an welcher Stelle wir den Sonnenuntergang genießen möchten und wo wir unser Nachtlager aufschlagen. - Spontan fällt uns das Kliff an, an dem wir Ilona  und Gironimos  Video gedreht haben. Bis hierhin sind es nur wenige Meter.

 

Als wir über das Kliff fahren, sehen wir in "unserer" kleinen Nische im Pinienwald, bereits einen Bulli stehen. Ein holländisches Kennzeichen, kurz drauf begrüßt uns lächelnd eine aparte, junge Holländerin. Ashley, so ihr Name wirkt so relaxt, dass wir beschließen unseren Hector daneben zustellen. Schnell kommen wir ins Gespräch. Sie reist mit ihrem Hund Pinda. - Ashley ist gerade erst auf Ibiza angekommen, kennt jedoch die Insel von einer vorherigen Tour. - Ihr Bulli ist ein selbst ausgebauter T5 Transporter. Dieser ist scheinbar mit viel Liebe hergerichtet. Sie erzählt uns, dass dies einer ihrer absoluten Lieblingsplätze ist. Ich erzähle davon, dass wir hier in der vergangenen Woche ein Video gedreht haben.

 

Als ich ihr das Video einige Minuten später zeigen, lacht sie und sagt, oh das sind ja Ilona und Gironimo. - Wie sich heraus stellt kennen die drei sich nicht nur von Ibiza, sondern haben sich ebenfalls in Portugal kennen gelernt. Ebenso stellt sich heraus, dass wir sie und ihren Hund ebenfalls aus Erzählungen kennen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie klein doch die Welt auf der Straße wird.


Als Torgit und ich etwas später mit unseren Stühlen, auf dem Kliff sitzen, und die letzten Sonnenstrahlen genießen und auch aufs Meer schauen, blicke ich zwischendurch auf meine Hand. Diese ist nun um ein Schmuckstück reicher. Ich habe mir heute auf dem Markt einen Ring gegönnt. Als wir an den Stand des Ringmachers Joyet Ria herantreten, spürte ich sofort, dieser Ring ist meiner. Joyet treibt seine Ringe aus einer alten Silbermünze. Ich bescheide mich mit einem Ring aus einem Peace Dollar des Jahres 1922. Diese amerikanische Silbermünze, welche in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen geprägt wurde, zeigt auf der einen Seite das Motiv der Lady Liberty, mit einem Diadem in ihren Haaren, welches mit den Strahlen einer aufgehenden Sonne verschmilzt.  Das Bild wird um den Schriftzug "In God we trust", sowie das Prägejahr ergänzt. - Auf der anderen Münzseite ist das Wappentier der Vereinigten Staaten, der Weißkopfseeadler, zu sehen, welcher auf einer Bergspitze sitzt und einen Olivenzweig hält. Auf dem Felsen eingraviert ist das Wort "Peace". Die Schriftzüge "United States of America“ und "E Pluribus Unum" sind untereinander angeordnet. - Der Ring ist so geschmiedet, dass die seitliche Gravur des Ringes ebenso erhalten bleibt, wie große Teile der Prägung, innen und außen auf dem Ring. So trägt mein Ring nun auf der Außenseite die Liberty Prägung, inklusive der Schrift. Auf der Innenseite des Ringes ist immer noch die Prägung United States auf Amerika, sowie der Kopf des Adlers zu erkennen. Ich würde mich nicht als Amerika Fan bezeichnen, doch genau diese Peace Münze hat mir immer schon besonders gefallen. Das liegt daran, dass sie in ihrer Prägung drei Werte beinhaltet mit denen ich mich gut identifizieren kann. Liberty - Freiheit, "In God we trust"  in Gott vertrauen. Und auch der Weißkopfseeadler, für mich ein Symbol für Stärke, Unabhängigkeit sowie Freiheit. 

 

Nicht nur bei unserem heutigen Besuch in der Kapelle, sondern auch ansonsten, danke ich Gott, für das was Torgit und ich haben. Manches mag Zufall sein, manches mag zufallen, weil es fällig ist. - Doch Manches ist sicherlich einfach nur Glück. - Glück hat nicht immer mit Verdienst zu tun. Und für all dieses Glück, für die guten Momente in meinem Leben, bin ich Gott dankbar. Dafür bedarf es nicht immer einer Kirche. Ich meine Gott ebenso zu spüren, wenn ich wie jetzt und hier, auf diesen Kliff sitze und der Brandung lausche. Und auch das ist Freiheit, solche Gefühle äußern zu können. Danke, ich erspare euch und mir das Amen.

 

PS: Zum Schluss noch eine kleine Ergänzung zu meinem o.g. Statement bzw. zu meiner Frage, ob es ein anderes Fahrzeug, als den Bulli gibt, welches in dieser Form für die Begriffe Freiheit, Abenteuer und Fernweh steht. - Als wir auf unserem Weg zum Hippiemarkt an Ducks United - 39°02'35.4"N 1°29'29.9"E - vorbei fahren, muss ich daran denken, denn Ente, Mini und Land-Rover stehen für mich ebenfalls für Freiheit, für Abenteuer und vielleicht sogar ein wenig für Fernweh. Doch keines der Fahrzeuge steht aus meiner Sicht für alle drei Begriffe. Und obwohl ich alle drei sehr mag, muss man doch klarstellen, die haben weder Bett, noch Küche und noch nicht einmal einen Kühlschrank, um ein Bier kalt zu stellen. 

 

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