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Tag No. 190 - Ibiza erwacht aus dem Winterschlaf

 

Als wir heute Morgen aufwachen, stehen wir wieder in unserem Flussbett in der Nähe des Beach Benirrás. - Doch heute nacht hat sich noch ein Bulli hier rein geschlichen. Er steht zwar nicht ganz im Flussbett, doch in unserer Ausfahrt. - Die Farbe kommt uns bekannt vor. Es ist Ashley, welche wir vor ein paar Tagen auf dem Kliff, oberhalb der Platja Pou d’es Lleo kennen gelernt haben. 

 

Nach der Dusche pflegen wir in unserem Home Office die letzen Tage im Blog nach. - Das Schreiben ist ein wenig zu kurz gekommen. - Ich vervollständige den Text zu Formentera und Torgit macht sich ein paar Gedanken zum Erwachen der Insel.  - Wir werden heute den Tag am Strand verbringen, denn es scheint nicht nur die Sonne, sondern es ist der erste absolut windstille Tag den wir auf Ibiza erleben. - Wir genießen es sehr in der Sonne zu liegen. Ich gehe erst einmal schwimmen. - Das Wasser wirkt heute ebenfalls wärmer. - Dann sitzen wir mit unserem Müsli auf unserer Picknickdecke am Stand. - Der entspannteste Tag auf unserer Tour. Liegt es an der Sonne. Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall nutze ich den Tag und gehe mehrfach Schwimmen.

 

 

 

Torgit: Wir sind jetzt schon seit einigen Tagen hier auf Ibiza, seit Ende Februar. Als wir ankamen war hier noch Winter, es war nicht nur kalt, sondern auch windig. Zwei Wochen vorher fegten hier noch heftige Stürme über die Insel, bis zur Orkanstärke. Wir haben die Ausläufer auf dem spanischen Festland erlebt. Überall hier sehen wir die Schäden bis hin zu Verwüstungen. Umgeknickte Bäume, brettervernagelte Villen am Meer, halb eingestürzte Holzüberdachungen und auch das Meer hat vieles mitgerissen und irgendwo anders am Strand wieder ausgespuckt. Als wir ankamen war es still und friedlich, als würde die Insel andächtig warten, den Atem anhalten, ob das alles war oder ob noch mehr Unwetter kommen. Viele Geschäfte und Restaurants waren noch geschlossen und verwaist, teils mit lustigen Sprüchen an den geschlossenen Türen, wie ‚we charge our battery’. Alles war ruhig. 

 

Jetzt erleben wir wie die Insel langsam aus ihrem Winterschlaf erwacht. Wir sehen immer mehr Handwerker. Die Insel wird lebendig, Hämmern und Sägen durchbricht die Stille, es riecht nach frischer Farbe. Die Insel leckt ihre Wunden, richtet sich wieder her und macht sich hübsch. 

 

Felder werden bestellt, Traktoren pflügen allerorts, Vögel flattern aufgeregt um sie herum und picken in die frisch aufgebrochene Erdkrume. Die  Insel wird immer bunter, überall blüht es in allen Farben. Die Mandelbäume rosa, weiß die Zistrosen, gelb blüht der Fenchel und die gelbe Gänsekresse leuchtet vor den alten braunen Steinmauern. Ein blaues Blütenmeer ergiesst sich über die Hänge. 

 

Die uralten Feigenbäume, die ich so liebe, treiben die ersten hellgrünen Blättchen aus, die Äste schon gestützt, damit sie die schwere Last später tragen können. Neben dem allgegenwärtigen frischen Grün der Pinien. Dazwischen die verwunschenen, knorrigen Stämme der Savina. Über allem liegt der Geruch der Wildkräuter, von Rosmarin, Thymian und Lavendel. 

 

Nachts ist es noch kühl, tagsüber ist es schon schön warm, die Sonne lacht mit Kraft vom strahlendblauen Himmel und verscheucht die kühle Feuchtigkeit des Morgens. Ein Paradies für Flora und Fauna. 

 

Und natürlich auch für uns. Wir genießen die Nähe zur Natur und beobachten bei unserem ersten Kaffee am Morgen die kleinen Salamander, die scheu um unseren Bulli herum huschen. Überall raschelt es im Unterholz. Wir sind glücklich.

 

 

 

Ich kann Torgit nur zustimmen. Wir sind glücklich! - Der heutige Tag am Strand hat uns viel Energie gegeben. - Ich habe vor allem das Schwimmen genossen. Später fahren wir Hector in unser geliebtes Flussbett. Morgen wollen wir noch ein wenig die Insel erkunden.

Zum Sunset gehen wir noch einmal zum Strand. - Dort sitzt eine Spanierin und trommelt meditativ vor sich hin. Die Klänge der Trommel scheinen über das Wasser zu pulsieren. Kurz nach Sonnenuntergang verfärbt sich der Himmel wieder. Die blaue Stunde ist perfekt. - Die Trommel verstummt. Die Trommlerin kommt zum Wasser, wo Torgit und ich stehen und den Augenblick genießen. - Dann versucht sie einen Herzstein zwischen zwei Äste zu klemmen und zu fotografieren. Das Ganze wirkt sehr meditativ. Ich versuche diesen Augenblick ebenfalls fest zu halten. - Danach spreche ich sie an und zeige ihr das Foto. Sie lächelt und erklärt mir, dass es für sie wirklich eine Art Meditation ist, diesen Stein zu fotografieren. - Manchmal bin ich ein wenig unsensibel. - Doch sie hat sich sehr über das Foto gefreut. Wir stellen uns gegenseitig vor. Ich sende Victoria, so ihr Name, das Bild. - Ein schöner Abend scheint förmlich im Meer zu versinken. - Wir wandern zurück zu Hector. Entspannt und glücklich.

 

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