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Tag No. 193 - France - keep calm and healty

 

Als wir heute Morgen aufwachen, muss ich mich erst einmal kurz orientieren. Wir sind gestern Morgen auf Ibiza, in Spanien gestartet und aufwachen "tue ich" in Ermitage Saint-Ferr√©ol de C√©ret - 42¬į31'05.4"N 2¬į44'31.6"E - Frankreich ūüáęūüá∑ . (Ich liebe dieses tue ich). Somit bitte darauf achten, dass sich die Kategorie wieder auf "auf Kurs in Frankreich" umstellt.¬†

 

Es war kalt heute Nacht. Unsere Batterieentladung hat dazu gef√ľhrt, dass die Standheizung nicht funktioniert. - Inzwischen haben wir das System neu gestartet. Heizung l√§uft, doch in der Nacht war es etwas ungem√ľtlich. - Doch wer will sich beschweren? Wir scheinen gesund, was will man mehr?¬†

 

Heute Morgen habe ich schon die ersten Klagen √ľber wirtschaftliche Folgen des Corona Virus gelesen. - Auch uns wird dies sicherlich hart treffen. Denn eine Wohnungsaufl√∂sung in einer Zeit ohne Flohmarkt, Hausflohmarkt, eventuell ohne Paketdienst wird sicherlich unangenehme Folgen haben. - Doch wir werden auch das √ľberleben. Jetzt gibt es sicherlich wichtigere Themen. Wie k√∂nnen wir enger zusammen stehen, ohne zu eng zusammen zu stehen?

 

Gestern hatten wir ja unseren vierten Hochzeitstag. Dennoch waren die von uns verbreiteten Nachrichten nicht nur positiv. - Deshalb wollen wir euch mit ein paar Fotos teil haben lassen.

 

- F√ľr immer und immer -¬†

 

Letzteres verdanken wir einem ganz anderen Hochzeitspaar, welche uns zu ihrer Verm√§hlung eingeladen hatten. - Eine der wenigen Buddhisten Hochzeiten in Deutschland. - Buddha sagte, dass die Ehe auf einem tiefen gegenseitigen Respekt zwischen den Eheleuten basieren und die beiden eine gleichwertige Partnerschaft leben sollen. - Wir konnten eine beeindruckende Segnung erleben. Doch als die restlichen G√§ste, danach dem Buffet zustrebten, nutzten wir unsere Chance. "Gl√ľck ist Ausnutzung aller M√∂glichkeiten" - Wir traten gemeinsam auf den extra aus Tibet eingereisten Lama, sowie seinen deutschen Dolmetscher zu und erfragten, ob er unsere Ehe segnen k√∂nnte. Was dann kam war etwas mit dem ich nie gerechnet h√§tte. - Statt uns, wie erwartet, kurz die Hand aufzulegen, ein tibetisches "ich segne euch" zu murmeln und fertig, bekamen wir einen ca. viertelst√ľndigen, gef√ľhlt unendliche Segnung. Der deutsche Dolmetscher, selbst Mitglied der¬†buddhistischen Gemeinde Hamburg erkl√§rte uns die Segnung. Was ich vorher nicht wusste, die Segnung beinhaltete nicht nur das Leben im Diesseits, sondern gilt auch f√ľr die kommenden Leben. - Dieser spontane Moment war kein Zufall, es fiel zu was f√§llig ist. - F√ľr mich mindestens genau so ergreifend wie der Moment beim Standesamt. Wir haben uns angesehen und hatten Tr√§nen der Freude im Gesicht. - Hier waren nur positive Emotionen - Unser Dank hierf√ľr gilt Andrea und Martin, die uns dies indirekt erm√∂glicht haben. Wie alle Hochzeitsg√§ste bekamen auch wir ein geknotetes B√§ndchen um das Handgelenk. Auch in diesem Knoten soll eine Segnung beinhaltet sein. Man soll es so lange tragen, bis es vom Handgelenk f√§llt. - Bei Torgit und mir h√§lt es verdammt gut. W√ľrde gerne mal wissen, wie viele der G√§ste, diese Band noch immer tragen.

 

Torgits Gef√ľhle beim Standesamt¬†haben diesen Moment¬†wohl noch einmal getoppt. - Doch dies ist ihre Geschichte.¬†

 

 

Da die Nachrichtenlage ziemlich undurchschaubar erscheint, beschlie√üen wir weiter in Richtung Lyon zu fahren. Doch vorher gilt es erst mal zu packen. - Als wir damit fertig sind, nutzen wir die Gunst der Stunde und gehen noch ein paar Schritte hinauf zum Ermitage Saint-Ferr√©ol de C√©ret.¬† - Die¬†Kapelle, die dem Heiligen Ferr√©ol in C√©ret gewidmet ist, wurde im 13. Jahrhundert erbaut und im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut. Von hier oben hat man einen Panoramablick von der K√ľste bis zum Canigou-Massiv. - Ein wenig frische Luft tut uns gut. Einfach mal durchatmen. - Die Kapelle ist leider verschlossen. - Derjenige der beten m√∂chte, findet auf den Stufen einen Fleck der Besinnlichkeit. -

 

Kurz vor der Kapelle steht ein Schild, welches nett darum bittet weder zu campen, noch zu picknicken. - Ich finde diese Form auff√§llig freundlich. -¬†Was uns hier¬†√ľberhaupt gut gef√§llt, mit welchem Pragmatismus die Franzosen auch ihre H√∂henbegrenzung am Parkplatz l√∂sen. W√ľrde die h√∂henverschiebbare "Beschr√§nkung" auch an den Beach Schranken eingef√ľhrt, m√ľssten wir uns keinen modifizierten Gep√§cktr√§ger √ľberlegen. Wir waren mit unserem oft an die Grenzen gekommen.¬†

 

Auf der Autobahn in Richtung Lyon ist die Bahn wieder frei. - Wir tanken trotz halb vollem Tank nach. In Nord-Frankreich geht angeblich einigen Tankstellen der Diesel aus. Von angeblich reduzierten Spritpreisen ist hier nichts zu merken.¬†- Neben uns an der Tankstelle steht ein weiterer Bulli. "Keine Waschanlage, keine Handw√§sche, nur Regenw√§sche" - So ergeht es uns, seit Abhandenkommen unserer Au√üendusche, fast ebenso. Doch wir haben auf Becherw√§sche umgestellt. So gie√üen wir uns das Wasser, einfach aus einer Tasse √ľber den Kopf. Not macht erfinderisch und manche Dinge funktionieren deutlich besser, als man glaubt.¬†

 

Eine Stunde vor Lyon¬†kommen weitere bedenkliche Nachrichten, Deutschland √ľberlegt "teilweise" die Grenzen zu schlie√üen. Was bedeutet teilweise? - Ob solche Entscheidungen sinnvoll sind, kann und m√∂chte ich nicht beurteilen. Daf√ľr gibt es Spezialisten, Virologen und √Ąrzte. - Da wir keine Ahnung haben, was dies f√ľr uns bedeuten k√∂nnte, planen wir um. Anstatt uns in der N√§he von Lyon in einen Nationalpark zu verziehen, wollen wir noch heute Nacht die deutsche Grenze passieren. - Also geht es weiter in Richtung Grenz√ľbergang M√ľlhausen, franz√∂sisch Mulhouse , im Elsass. - Immer wieder passieren wir einen Camper nach dem anderen. - Die Kennzeichen verraten, dass etliche den k√ľrzesten Weg Richtung Deutschland suchen und im Nachgang zu Umwegen gezwungen sind.¬†

 

Als wir gegen 21:00 Uhr passieren, ist die Bahn bereits auf eine Spur begrenzt. Blaulicht flackert durch die Nacht. - Die Polizei achtet genau auf die Nummernschilder und winkt dann durch. - Es ist schon ein bedr√ľckendes Gef√ľhl, dass die Freiheit des Schengener Abkommens, in dieser Situation so fl√ľchtig erscheint. - ¬Ĺ Stunde sp√§ter stehen wir ganz allein auf einer Waldlichtung. Hier ist alles friedlich, wir sind gl√ľcklich wieder¬†in der Heimat zu sein. - Die Anspannung des Tages f√§llt ab. - Daf√ľr werden uns andere Dinge bewusst.

 

Wir hatten uns danach gesehnt Anfang April der Reihe nach unsere Freunde in Deutschland zu besuchen. - Doch wir werden davon bewusst Abstand halten oder diese per Telefon in den Arm nehmen. - Um uns zu sch√ľtzen? Nein! - Es liegt in unserer Verantwortung Teil einer Gesellschaft zu sein. Auch das macht Gemeinsamkeit aus. - Wer mich kennt wei√ü, dass ich nicht zur Angst und Panikmache neige. - Diese ist auch absolut unn√ľtz. Allein mit meinem Bauchfett kann ich mindestens vier Wochen ohne Nahrung √ľberleben. Wie sieht es bei Euch aus. Werden das die deutschen Fastenwochen? - Wohl kaum, oder? - Also lasst noch was im Supermarkt √ľber.

Wir¬†sende euch sonnige Gr√ľ√üe - Stay calm and healthy

 

PS: Da unser Aufenthalt in Frankreich nur kurz war,  bitte darauf achten, dass sich die Kategorie wieder "auf Kurs in Deutschland" umstellt. 

 

PPS: Der 15. M√§rz ist √ľbrigens der Tag der R√ľckengesundheit, welcher im Jahr 2002 durch das Forum Schmerz im Deutschen Gr√ľnen Kreuz eingef√ľhrt wurde. - Warum bekomme ich gerade an diesem Tag eine Verspannung? Seit √ľber einem Jahr habe ich keine Verspannung mehr. Kaum komme ich dem Deutschen Stress n√§her...

 

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