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Wo die Wälder noch rauschen... - Der Naturpark Bergisches Land

 

...die Berge hoch ragen, der Amboss erklingt..."

 

Warum in die Ferne schweifen. Sieh, das Gute liegt so nah. Diese Zeilen kennen wir alle. Doch Corona stellt diese Worte in einen ganz anderen Kontext. - Konnten wir, wie die Meisten in der Vergangenheit, vom Fliegen gar nicht genug kriegen, verzichten wir heute lieber. 

Auch wenn wir diese Entscheidung bereits vor Corona getroffen haben, scheinen wir uns in guter Gesellschaft zu befinden. Campingurlaub ist so beliebt wie nie zuvor. Die Anzahl der Caravan Neuzulassungen stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um sage und schreibe 29 %. - Campingplätze gelten als überlaufen und wildcampen polarisiert. 

 

Doch wohin bei sommerlichen 35°? - Wir haben uns für einen Ausflug ins Bergische Land, meine alte Heimat und einen schattigen Wald entschieden. Der Naturpark Bergisches Land ist mit einer Fläche von 2.027 km² einer der größten Naturparks Nordrhein-Westfalens.

 

"..Wo im Schatten der Eiche die Wiege mir stand,

da ist meine Heimat, mein Bergisches Land..."

 

Er reicht vom Bergischen Städtedreieck Wuppertal, Solingen und Remscheid im Norden bis zur Sieg im Süden. In östlicher Richtung grenzt er ans  Sauerland, in westlicher endet er kurz vor den Toren Kölns. Doch uns interessierte vor allem der Heckberger Wald, an der Grenze zwischen Rhein-Sieg-Kreis und Oberbergischem Kreis. Auch wenn alles nur ein wenig hügelig wirkt, geht es von Kölle knapp 350 Höhenmeter bergan. 

 

Vor Ort trafen wir uns mit Kai und seinem namenlosen SpaceCamper. Ich nenne ihn deshalb schlich Nobody. Wie in einem der vorherigen Posts beschrieben, sind wir bei unserer Fahrzeugrecherche auf Nobody gestoßen. Man könnte sagen, Nobody ist der große Bruder. Denn er war für das äußere Design Ideengeber. 

 

In den schattigen Wäldern des Naturparks Bergisches Land waren die Außentemperaturen deutlich angenehmer. Auf schotterigen Pisten konnten wir schon mal ein wenig OutdoorGefühl tanken. - Unterwegs stießen wir auf einen flammneuen Land Rover Defender der Firma Matzker. - Das Besondere daran? - Matzker ist nicht irgendein Land Rover-Vertragshändler, sondern in der Land Rover und Offroad Szene eine Institution. Insbesondere der inzwischen verstorbene Firmengründer Amadeus Matzker war eine kleine Berühmtheit. Als Pilot seines eigenen Rallye-Teams bestritt er nicht nur diverse Rallyes, stellte somit die Leistungsfähigkeit seiner Fahrzeuge unter Beweis, sondern entwickelte auf dieser Basis und mit seinen Erfahrungen die Produkte für seine Kunden. Ich selbst habe meinen damaligen Defender bei Matzker modifizieren lassen. - Amadeus Matzker verstarb 2016 bei einem tragischen Autounfall in der Wüste Mauretaniens.

Tragisch oder einfach das bis zum Letzten gelebt, was man liebte? - Sicherlich eine Betrachtungsweise. 

  

 

Wenn ich mir nun den neuen Defender ansehe, kann ich nachvollziehen, dass die klassischen Stammkunden ein Gewöhnungsphase benötigen. Galt der Alte doch als zeitlose, unverwüstliche Offroad Ikone. - War er doch "fast" unverändert 68 Jahre im Amt und Würden. Ebenso ein Kultobjekt, wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten.  Doch eines ist der Neue auf jeden Fall, chic, sehr sehr chic. Oder heiß das edel? So oder so real british. Und wie ist es mit den Fahreigenschaften? Auf der Straße dürfte er dem Alten definitiv überlegen sein. Und 500 Millimeter maximale Verschränkung, Böschungswinkel 38 und 40 Grad, 900 Millimeter Wattiefe, dass hört sich auch nicht nach einem Stadt SUV an. Doch wie gesagt Geschmäcker sind verschieden. Mir gefällt der moderne und dennoch quadratische Style mit Retro Anleihen sehr gut.

 

 

Doch es wäre kein Defender von Matzker, wenn alles Serie wäre. Das heute gesichtete Fahrzeug hatte u.a. einen Unterfahrschutz, Seilwinde & Co. Über das '& Co' hielt man sich noch bedeckt. Ebenso zum Preis der Extras. Denn dieses Sondermodell wird nächste Woche, erstmals auf einer Messe, der Matzker Kundschaft vorgestellt. Sozusagen ein Matzker Erlkönig. 

 

Es gab noch einige weitere Eindrücke auf dieser Tour. Doch davon berichten wir Euch Morgen.

 

PS: Die etwas schrullig anmutende Weise, ist ein Auszug des Bergischen Heimatliedes. Immer wieder gern genommen. Wobei manches vor Ort noch Gültigkeit hat, was anderswo vergessen scheint. Ich kann mich mit solchen Worten noch gut identifizieren:

 

"wo der Handschlag noch gilt als das heiligste Pfand, da ist meine Heimat, mein Bergisches Land."

 

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