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DIY - Der "Do it yourself" - Heckträger oder doch besser ein Original Terranger?

Wohin mit dem Ersatzrad? - Wohin mit den Fahrrädern? - Wohin mit dem Sup, dem Neopren? Wohin, wohin?

 

Bereits bei Hector, BUTCH's Vorgänger, hat sich der Logo Heckträger von VW einerseits bewährt. - Andererseits haben wir auch seine Schwächen kennen gelernt. Vorteil dieser Konstruktion ist, dass dieser Träger eben nicht auf der Anhängerkupplung montiert ist und es sowohl im Gelände, als auch beim Öffnen der Heckklappe nicht im Weg steht. Denn dieses Modell wird direkt auf der Heckklappe montiert.

 

Hinzu kommt, dass er aus Aluminium gefertigt ist. Somit ist die Konstruktion entsprechend leicht. - Doch der hohe Aufbau auf der Heckklappe hat auch seine Tücken. Denn klassische Fahrräder stehen zu weit nach oben über. Dies sorgte bei unserer letzten Tour dafür, dass aufgrund der Höhenbegrenzung viele Strände, sowie Parkhäuser nicht erreichbar waren. Hinzu kam, dass die Heckklappe bei geöffnetem Hochdach nicht mehr aufgeklappt werden konnte, da ansonsten sich Dach und Lenker schnell in die Wege kamen. Insgesamt wirkte der Fahrradträger stark überfordert. Was ja auch nicht verwunderlich ist, denn er wurde nicht für solche Ansprüche gebaut. Denn wir hatten zeitweise, zusätzlich noch unser SUP, sowie zwei Wassersäcke montiert. 

 

 

Das Ganze wirkte nicht nur etwas abenteuerlich, sondern war es auch. Nichts, was man mit gutem Gewissen empfehlen kann. Deshalb haben wir uns ein wenig umgesehen. Schnell gelangten wir auf die Seite von Terranger. Unter der Beschreibung "Heckträgersystem, modular, flexibel, nachrüstbar!" fand sich schnell das Gesuchte. Eigentlich genau das, was wir suchten. In unserem Blog - "Wer hat's erfunden" - hatte ich ja schon ein wenig hierzu berichtet. - Dennoch was für Preise? - Ich fand das Ganze erst einmal viel zu teuer. - Das muss doch preiswerter gehen. - Also weitersuchen. - Bei Gmb-Mount  entdeckten wir zwar eine billigere Lösung, jedoch keine, welche uns persönlich überzeugte. - Doch dies war vor allem unser erster, persönlicher und rein subjektiver Eindruck. Auch diese Variante basiert auf dem Heckträger Logo. Der Grundpreis wirkt zwar attraktiv. Doch wir haben uns gescheut unsere Last auf lediglich zwei Alu Querprofile verteilen zu wollen. Macht Euch einfach Euer eigenes Bild.

 

Doch wir fanden auf deren Seite etwas anderes. Mehr Last bedeutet vor allem auch mehr Gewicht auf der Heckklappe. Deshalb war von Anfang an klar, wir wollen auch die Gasdruckfedern verstärken. Hier fanden wir ein auf den ersten Blick super klingendes Angebot. Diese bieten hier einen Satz "Gasfedern für Heckklappe inkl. Verstärkungen - 2x 2000 N - Einstellbar". - 2000 N sind 500 Newton mehr, als z.B. Terranger dies anbietet.* - Auch der Preis schien durchaus attraktiv. - Also haben wir zugeschlagen. Ob dies die richtige Entscheidung war, gilt es noch zu klären. Der Karosseriebauer der Kfz- Werkstatt unseres Vertrauens, hat uns schon mal, sehr nachdrücklich gewarnt. Die o.g. Verstärkungen wären auf Dauer nicht ausreichend, um die auf die Heckklappe wirkenden Kräfte ausreichend aufzufangen.

 

Vielleicht resultiert daher der höhere Preis auf der Seite von Terranger. Auf jeden Fall, wirkt deren Haltesatz für verstärkte Gasfedern deutlichst massiver. *Zitat der Firma Terranger: "1500 Newton sind das maximale, was wir uns und der Heckklappe zur Zeit zutrauen"  - Doch da war unser Dämpfer schon gekauft und montiert. - Auch die Bezeichnung einstellbar ist eindeutig zweideutig. Gewünscht hätte ich mir eine Gasfeder bei dem, wie beim Fahrrad, durch eine Luftpumpe der Druck flexibel angepasst werden kann. So wäre man variabel und unabhängig. Insbesondere falls mal kein Träger montiert ist. Bei der erworbenen Variante kann man lediglich Druck einmalig ablassen. Also Terranger, GMB-Mount & Co., hier gäbe es Nachholbedarf. 

 

Also doch einen DIY  - sprich ein "Do it yourself" - Heckträger? Dank Orkan Seewald fand ich auf seinem Instagram Account  https://www.instagram.com/nurmalkurzraus/ ein paar nützliche Tipps. Jetzt bin ich nicht gerade der klassische Metallbauer. Doch wofür hat man einen großen Bruder? Noch dazu einen mit Kompetenz in Stahl, Dank DHM, seinem eigenem Metallbau. Schnell wuchs eine Plan: Anregungen von Orkan, Terranger & Co. übernehmen, modifizieren und möglichst preiswerter zu gestalten. - Soweit der Plan. 

 

 

Was ist daraus geworden? - Zuerst wurde der Heckträger mit der Bezeichnung Logo direkt bei VW bestellt. - Wo Logo drauf steht ist auch Logo drin, logo oder? - Es war zwar Logo drin, jedoch der falsche Logo. Deshalb aufpassen, es gibt eine zweite, neuere Variante. Die kostet dasselbe wie die Alte. Doch neu muss nicht besser heißen. Für unsere Zwecke war diese Form ungeeignet. Also das Ganze retour. Ein paar Tage später hatten wir dann endlich den Richtigen. Über die Firma relleum design  bestellten wir Airlineschienen. Der Besitzer Herr Dirk Müller-Paul hat nicht nur kompetent beraten, sondern vor allem schnell geliefert. Auf Wunsch bereits pulverbeschichtet. - Der nächste Schritt war alles zu zerlegen. Löcher in die Schienen zu bohren und diese mit Edelstahl U-Bolzen mit M 4 Gewinde zu montieren. Damit eine Demontage und somit ein eventueller Diebstahl erschwert wird, kommen diebstahlhemmende Muttern der Firma Toolcraft zum Einsatz. Die Kunststoff-Konsolen wurden durch welche aus Edelstahl ersetzt. Um mehr Stabilität zwischen dem Alurahmen und den Zurrschienen herzustellen wurde eine zusätzliche Querversteifung montiert. Zuletzt wurde das Ganze noch durch ein Ersatzrad-Haltemodul ergänzt. 

 

Danach heißt es das Ganze wieder auseinander bauen und zur Pulverbeschichtung zu bringen. Dies erfolgte bei Pajak Pulverbeschichtung in Würselen. Wie wir fanden ein schneller, guter, kompetenter und vor allem preiswerter Service. Zuletzt nochmals alles zusammen bauen und montieren. Vom Resultat bin ich begeistert. Dank der Unterstützung meines Bruders ist alles so geworden, wie wir es uns erhofft haben. 

 

  

Nach getaner Arbeit muss die Dusche noch warten. Vorher erfolgte eine Projekt-Nachbesprechung, mit einem Drink, auf der Couch. - Das haben wir uns verdient.

 

Fazit: Das gemeinsame Fazit, meines Bruders und mir fiel klar aus: Es hat einen Grund warum Heckträger wie die von der Firma Terranger zwar auf den ersten Blick teuer wirken, doch vielleicht auf den zweiten Blick viel preiswerter sind, als zuerst gedacht. Hier steckt viel mehr Kompetenz und Entwicklungsarbeit drin, als zuerst vermutet. Hinzu kommt, dass ein solcher Umbau mit deutlich mehr Arbeitseinsatz verbunden ist, als im Vorfeld gedacht. Ich bin von unserem Heckträger durchaus überzeugt und dennoch muss ich eingestehen, dass Details bei Terranger besser gelöst sind. Wer also viel handwerkliches Geschick mit bringt oder wie ich einen Bruder mit Metallbau besitzt, kann sich durchaus an einen DIY  - Der "Do it yourself" - Heckträger wagen. - Allen anderen empfehle ich, lieber ein wenig mehr Geld in die Hand zu nehmen und sich für das Original zu entscheiden. 

 

 

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